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Gustav-Werner-Tag

Einen Tag lang für andere da sein

Den Anzug abgestreift, den Chefsessel mit der Schul- oder Werkbank getauscht - am Gustav-Werner-Tag engagierten sich Unternehmer in der BruderhausDiakonie. Auch Jugendgemeinderäte waren dabei.

Unternehmer aus der Region packten mit an.

Der Verleger Valdo Lehari jr. und Andreas Lingk lernten die Grafische Werkstätte kennen.

Valdo Lehari jr. und Andreas Lingk scannten historische Dokumente.

Rüdiger Bechstein tauschte sich mit Schülern der Ausbildungsklasse aus.

Klaus Saiger scheute sich nicht vor der Reifenreparatur.

Der Auszubildende der Fahrradwerkstatt gab Vorstand Lingk eine Lehrstunde.

Walter Bölk und Eva-Maria Seitz waren stolze Waffelbäcker.

Frank Hacker erklärte Dr. Jörg Petry seinen Arbeitsplatz.

Unternehmer aus der Region packten mit an.

Sich Zeit nehmen

Während er im Arbeitsalltag international Fachkräfte auswählt, übernahm Rüdiger Bechstein, Leiter Personal der Firma Kärcher, in der Wilhelm-Maybach-Schule die Beraterrolle. Sein Auftrag am Gustav-Werner-Tag am 11. März: Auszubildende fit zu machen für eine erfolgreiche Bewerbung. Und sich mit sieben Nationalitäten zum Thema Ausbildung auszutauschen, die erst zögerlich Schritte in der deutschen Sprache machen. Seine Tipps, wie eine fehlerfreie Bewerbung einzureichen, gepflegt zum Vorstellungsgespräch zu erscheinen, kamen gut an. Die zwölf Flüchtlinge im Sprachkurs Deutsch motivierte er, sich auch auf Ausbildungen zu bewerben, die von Deutschen nicht so gefragt sind, wie Bäcker, Maler und Koch.

Zwei sind nicht zu bremsen

Gangschaltung reparieren, Fahrradschlauch auswechseln, Schrauben nachziehen: Klaus Saiger, Geschäftsführer der FairNetz GmbH und Andreas Lingk, Kaufmännischer Vorstand der BruderhausDiakonie, machten sich am Gustav-Werner-Tag die Hände schmutzig. In der Fahrradwerkstatt der BruderhausDiakonie reparierten beide, unter fachkundiger Anleitung der Auszubildenden, Fahrräder und informierten sich bei einer kurzen Kaffeepause über die Vermittlungsquote auf den ersten Arbeitsmarkt. Eine Voraussetzung sei wichtig, erklärte Ausbilder Jan Schweizer. „Die Auszubildenden müssen mit Herzblut ihren Beruf ausüben, dann ist die Wahrscheinlichkeit der Vermittlung hoch.“

Menschen in Arbeit integrieren

Jährlich setzt die BruderhausDiakonie mit dem Gustav-Werner-Tag ein Zeichen für ehrenamtliches Engagement. In diesem Jahr nahmen fünf Unternehmer und zwei Jugendgemeinderäte aus Reutlingen und Tübingen teil. Vorstandsmitglieder der BruderhausDiakonie begleiteten die Einsätze. Schirmherren des Tages sind der Reutlinger Prälat Christian Rose und der Verleger des Reutlinger General-Anzeigers Valdo Lehari jr. „Die Grundidee Gustav Werners im 19. Jahrhundert war, wie die Gesellschaft zusammenhält“, so Lehari im Pressegespräch. Zusammenhalt und Unterstützung seien angesichts der Polarisierung in der Gesellschaft heute wichtiger denn je. „Wir brauchen heute viele Gustav Werner.“ Der Verleger lobte die Integration von Menschen mit Behinderung in den Werkstätten der BruderhausDiakonie. Er habe an diesem Tag an einem der 110 Arbeitsplätze der Reutlinger Werkstätten am Heilbrunnen gearbeitet, im Scan-Service. Menschen mit Handicap verarbeiten hier digital datenschutzrelevante wie auch historische Dokumente, so räumen Unternehmen wie auch Privatleute ihre Aktenberge auf.

Jobcoaches vermitteln Sicherheit

Dr. Jörg Petry, Geschäftsführer der Textilchemie Dr. Petry GmbH und Vorsitzender der Förderstiftung für Bildung und Beruf der BruderhausDiakonie war mit Tier und Mensch in Kontakt. Mit Jobcoach Michael Schröter besuchte er Beschäftigte der Werkstätten, die mit dem Programm Betriebsintegrierte Arbeit und Bildung (BiA) der BruderhausDiakonie Berufserfahrungen auf dem ersten Arbeitsmarkt machen: auf einem Ponyhof und im Robert-Bosch-Zentrum der Hochschule Reutlingen. Petrys Fazit: „Bewunderung. Es gibt hier Menschen, die in schwierigsten Verhältnissen leben, körperlich oder geistig. Und zugleich sehr viele Mitarbeiter, die diese Menschen mit Ruhe und Sicherheit führen und fördern.“

Walter Bölk, Ausbildungsleiter der Firma Bosch, und Jugendgemeinderätin Eva-Maria Seitz kümmerten sich um zwölf Senioren einer Hausgemeinschaft im Gustav-Werner-Stift Reutlingen. Sie bereiteten Waffeln und Obstsalat für den Nachmittagskaffee zu. Ihr Einsatz begeisterte die gesamte Hausgemeinschaft, alle applaudierten. „Es ist für mich spannend, über den Tellerrand zu sehen“, erklärte Bölk. In Kontakt mit sozialen Organisationen könne die Industrie Impulse für die Entwicklung neuer Produkte bekommen, das sehe man bei der technischen Entwicklung in der Altenhilfe.
Jugendgemeinderat Christoph Sannwald ließ sich von Menschen mit Behinderung im Laden des Bioland Hofguts Gaisbühl in die Produktpalette einführen und bediente Kunden. In der Schule steht für ihn in naher Zukunft ein Sozialpraktikum auf dem Stundenplan. Das möchte er jetzt in der BruderhausDiakonie machen, gerne auch auf dem Hofgut. „Hier merke ich, wie gerne die Menschen zusammenarbeiten.“

Fotos: factum / Weise

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