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Besuch des Landesbehindertenbeauftragten

Inklusive Wohngemeinschaften haben Zukunft

Gerd Weimer ist begeistert von den integrativen Projekten der BruderhausDiakonie.

Landesbehindertenbeauftragter Gerd Weimer lässt sich von WG-Mitgliedern aus ihrem Alltag berichten.

Vier junge Leute, Studenten und junge Berufstätige, teilen die Alltagsaufgaben einer Wohngemeinschaft wie Einkaufen und Kochen mit vier Mitbewohnern, die eine geistige Behinderung haben. Beim Besuch einer integrativen Wohngemeinschaft der BruderhausDiakonie in Reutlingen-Sondelfingen zeigte sich der Landesbehinderten-Beauftragte Gerd Weimer davon tief beeindruckt. Seit nahezu zwei Jahrzehnten leben dort Menschen mit Behinderung und Menschen ohne Behinderung zusammen – als gleichwertige und gleichberechtigte WG-Bewohner. Um spezielle Bedürfnisse der vier WG-Mitglieder mit Behinderung und um organisatorische Dinge kümmern sich Mitarbeiterinnen der BruderhausDiakonie.

Einfach Freunde sein

Die WG-Bewohner ohne Behinderung sind keine verkappten Mitarbeiter, wie sie betonen: „Das Schöne hier ist, dass wir einfach Freunde sein dürfen“, sagt etwa der Mechatronik-Student Friedemann. Einmal monatlich übernimmt jeder der Mitbewohner ohne Behinderung eine Wochenendbereitschaft. Dazu kommen noch Aufgaben wie regelmäßiges Rasenmähen im Sommer. Dafür wohnen die jungen Menschen mietfrei in dem kleinen Mehrfamilienhaus, zahlen nur einen Beitrag für die gemeinsame Essens- und Einkaufskasse.

Konzept seit 20 Jahren erfolgreich

Dass die Reutlinger Arbeitsgemeinschaft Integration (AGI) und die BruderhausDiakonie dieses Wohngemeinschaftskonzept schon vor bald 20 Jahren entwickelt haben und seither an mehreren Standorten erfolgreich umsetzen, mochte der Landesbehindertenbeauftragte kaum glauben: „Die Mischung und die Größenordnung ist ja geradezu ideal“, stellte er fest und fragte, „warum macht man das nicht häufiger?“

Das Konzept der integrativen Wohngemeinschaft könnte in Zukunft geradezu boomen, prophezeite Gerd Weimer. „Das ist ein Projekt, das Zukunft hat – und ich kann versichern, dass ich das nach außen tragen werde.“

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