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Flüchtlingshilfe

Junge Flüchtlinge sprechen mit Politikern über ihre Zukunft

Automechaniker, Schreiner oder Informatiker werden, das wünschen sich die jungen Flüchtlinge im Deutschkurs der Wilhelm-Maybach-Schule der BruderhausDiakonie.

Flüchtlinge kompetent auf ihrem Weg unterstützen.

Flüchtlinge kompetent auf ihrem Weg unterstützen.

Integration durch Sprache

18 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren stellten am 23. September den Landtagsabgeordneten Thomas Poreski (Grüne) und Karl-Wilhelm Röhm (CDU) ihre Berufswünsche vor, erläuterten, was sie am Schulsystem in Deutschland besser finden als in ihrer Heimat: vor allem die angstfreie Kommunikation mit Lehrerinnen und Lehrern.

Jungen Flüchtlingen Perspektiven eröffnen

Die beiden Landtagsabgeordneten Röhm und Poreski waren auf Einladung der BruderhausDiakonie gekommen – einerseits um sich ein Bild von der Flüchtlingsarbeit der BruderhausDiakonie zu machen; andererseits, um zu erfahren, wo das Land noch positiv die Arbeit der Jugendhilfe unterstützen kann. So fehle es an Wohnraum für über 18-jährige, erklärte Cäcilia Lutz, Leiterin der Oberlin-Jugendhilfe, im Austausch mit den Politikern. Zudem sei es für einen positiven Bildungsweg notwendig, die jungen Flüchtlinge möglichst lange individuell und persönlich begleiten zu können. Lothar Bauer, Vorstandsvorsitzender der BruderhausDiakonie, hob die positive Zusammenarbeit mit allen Akteuren hervor sowie die engagierte Arbeit des Teams. „Im letzten Jahr haben wir alle Kräfte mobilisiert, die Kolleginnen und Kollegen haben Großes geleistet, um die intensive Betreuung und Bildung sicherzustellen.“

Wohngruppen bieten Gemeinschaft und soziales Lernen

Aktuell betreuen die Mitarbeiter/innen der Oberlin-Jugendhilfe in Reutlingen 46 unbegleitete junge Flüchtlinge, von denen 34 in kleinen Wohngruppen leben. Die Gemeinschaft bietet eine stabile Umgebung und eine intensive Betreuung durch Fachkräfte. Fester Bestandteil des Tagesablaufs sind beispielsweise eine verbindliche Lernbegleitung am Nachmittag und ein gemeinsames Abendessen. Karl-Wilhelm Röhm lobte das Konzept der Wohngruppen: das Erleben von Gemeinschaft fördere die Integration in die Gesellschaft.

Für junge Erwachsene im Alter von 18 bis 21 Jahren folgt das Betreute Jugendwohnen, das mehr Freiraum und Selbstständigkeit ermöglicht. Doch die feste Altersgrenze sei problematisch für Jugendliche und junge Erwachsene, die später nach Deutschland gekommen seien, stellte Cäcilia Lutz fest. Viele benötigten länger die intensive Begleitung der Mitarbeiter der Jugendhilfe. Landtagsabgeordneter Thomas Poreski bot eine Perspektive: „Die Tendenz geht dahin, die Altersgrenze anzuheben.“

Ein offenes Ohr für die Themen vor Ort

Sorge bereitet Lutz bezahlbarer Wohnraum für über 18-Jährige, die, statt in der Wohngruppe, im Betreuten Jugendwohnen – also selbstständig – leben sollen. Für 2017 seien ausschließlich für drei neue junge Erwachsene Plätze verfügbar. Thomas Poreski stellte mit dem Gesamtplan Integration des Sozialministeriums Abhilfe in Aussicht, dazu gehöre zum Bespiel eine Wohnraum-Allianz, ein Pakt mit den Kommunen.

Mit einem Wunsch wandte sich Werner Beck, Leiter der Wilhelm-Maybach-Schule, an die Politiker. Eingestuft als private Schule, erwirtschaftet diese jährlich ein Defizit, das die BruderhausDiakonie ausgleiche. Beck wünscht sich einen fairen Berechnungsschlüssel, der private und öffentliche Schulen finanziell gleichstellt. So sei ein Schulbetrieb, in den auch die jungen Flüchtlinge integriert seien, ohne Defizit möglich.

Angeregt durch den intensiven Austausch sagten die Politiker zu, die Eindrücke und Themen mit in die politische Debatte nach Stuttgart zu tragen. Das Gespräch mit der Schulklasse der Wilhelm-Maybach-Schule geht in Stuttgart im Landtag weiter. Dorthin haben die beiden Politiker die jungen Flüchtlinge eingeladen.

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