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Handwerkssiegerin

Talentierte Auszubildende ausgezeichnet

Der Ausbildungsverbund der BruderhausDiakonie hilft jungen Menschen, im Berufsleben Fuß zu fassen – mit einer Verbundausbildung, wie sie Anke Weingärtner gemacht hat.

Anke Weingärtner (rechts) und ihre Entdeckerin.

Zweite Bundessiegerin der Goldschmiede

So erfolgreich wie die Goldschmiedin Anke Weingärtner aus Rottenburg war noch keine Teilnehmerin und kein Teilnehmer einer Verbundausbildung der BruderhausDiakonie. Da sind sich Stephanie Balger und Beate Nußbaum vom Ausbildungsverbund sicher: Kammersiegerin im Bezirk der Handwerkskammer Reutlingen, Landessiegerin beim Wettbewerb „Die gute Form im Handwerk – Handwerker gestalten“, Zweite auf Bundesebene. Das ausgezeichnete Gesellenstück – eine kunstvoll gearbeitete Spiegeldose in Schmetterlingsform – hat die Juroren überzeugt und das Selbstvertrauen der jungen Frau gestärkt.

Der Sieg kam überraschend

„Damit hätte ich nie gerechnet.“ Die Überraschung ist Anke Weingärtner noch Tage nach der Preisverleihung anzumerken. Dass sie sich selbst gegen ihre Mitschüler in der Goldschmiede-Berufsschule Pforzheim durchgesetzt hat, erfüllt sie mit Stolz. „Ich war noch nie die Beste.“ Der Erfolg bedeutet ihr viel, „weil es das erste Mal ist, dass ich mir selber etwas erarbeitet habe“.  

Ursprüngliches Berufsziel war Schlosserin

Ursprünglich wollte Anke Weingärtner wie ihre Mutter Schlosserin werden. In der 7. Klasse machte sie ein Berufspraktikum bei einer Goldschmiedin, die ihre Begabung erkannte. Dem Hauptschulabschluss folgten zwei Jahre Berufsfachschule im Bereich Metalltechnik, an deren Ende die Mittlere Reife stand. Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr kam Anke Weingärtner über die Reha-Abteilung der Agentur für Arbeit zum Ausbildungsverbund in Pfullingen.  

Verbundausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt

Chronisch kranke junge Menschen können dort eine sogenannte Verbundausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt machen. Die Betriebe kümmern sich um die fachliche Seite, die Agentur für Arbeit übernimmt die Finanzierung, die Fachkräfte der BruderhausDiakonie betreuen die Azubis psychologisch und pädagogisch. Derzeit nehmen 15 junge Frauen und Männer zwischen 18 und 37 dieses Angebot in Anspruch. Um für alle einen geeigneten Ausbildungsplatz zu finden, haben Stephanie Balger und Beate Nußbaum ein Netzwerk aufgebaut, zu dem zahlreiche Betriebe im Arbeitsamtsbezirk Reutlingen-Tübingen gehören. Je nach Fähigkeiten und Neigung stehen Ausbildungsplätze unter anderem im Handwerk und im Handel, in der Metall- und der Informatikbranche, in der Gastronomie und der Hauswirtschaft zur Verfügung. 

Gute Chancen für eine Übernahme nach der Ausbildung

„Die meisten schließen die Ausbildung ab und werden übernommen“, freut sich Stephanie Balger. Für die Psychologin ist neben der fachlichen Qualifizierung ein gutes Krankheitsmanagement entscheidend. Anke Weingärtner musste ihre Ausbildung für ein Jahr unterbrechen und sich einer intensiven Behandlung unterziehen. Sie lernte, mit ihren Beeinträchtigungen umzugehen und ist heute stabiler denn je. Weil sie als Goldschmiedin sehr wenig verdienen würde, hat sie eine zweite Ausbildung zur Feinwerkmechanikerin begonnen. „Ich fühle mich stark genug dafür und die Arbeit macht mir sehr viel Spaß“, sagt die 24-Jährige und lacht befreit: „Es war zu hundert Prozent die richtige Entscheidung.“ Ihre ehemaligen Betreuerinnen beim Ausbildungsverbund sind ebenfalls zuversichtlich: „Wir trauen ihr zu, dass sie die zweite Ausbildung schafft.“

 

 

 

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