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Unterstützungszentrum

Wohnen mit Tagesstruktur in Bad Urach

Die BruderhausDiakonie hat in Bad Urach das neue Unterstützungszentrum Alb/Oberes Ermstal für Menschen mit psychischer Erkrankung eröffnet.

Bad Urach: neues Unterstützungszentrum

Gemeindenahe Hilfen

Acht stationäre Plätze erweitern das bestehende Angebot einer gemeindenahen sozialpsychiatrischen Versorgung im Oberen Ermstal. Bereits Anfang Mai sind die ersten Klienten in die hellen und übersichtlich gestalteten Wohnungen in dem barrierefreien Neubau in der Neuffener Straße eingezogen. Am 3. Juni 2016 konnte das moderne Gebäude auch offiziell samt Schlüsselübergabe eröffnet werden. Zahlreiche Gäste aus Verwaltung, Kommune und Kirche feierten mit Mitarbeitern, darunter viele Ehrenamtliche, und Klienten. „Das Projekt ist ein Baustein in der Dezentralisierung der BruderhausDiakonie Buttenhausen, wir verlagern damit die Hilfen an den Ort, wo die Menschen sind“, sagte der Vorstandsvorsitzende der BruderhausDiakonie Lothar Bauer bei der Eröffnungsfeier. Bad Urachs Bürgermeister Elmar Rebmann wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass psychische Erkrankungen aus ganz unterschiedlichen Gründen stark zunehmen. „Der sozialpsychiatrische Hilfebedarf steigt deshalb deutlich an. Es ist konsequent und richtig, dass wir hier diese Hilfe anbieten.“ Andreas Bauer, Sozialdezernent im Landkreis Reutlingen, ging in seinem Grußwort darauf ein, dass das Unterstützungszentrum nahe der Innenstadt gebaut wurde. „Ob leicht zu erreichende Einkaufsmöglichkeiten, kulturelle Angebote oder Mobilität mit der Ermstalbahn, für die Bewohner des Hauses hat das viele Vorteile.“

Einzelappartements bieten Privatsphäre

Das neue Unterstützungszentrum bietet Menschen mit psychischer Erkrankung in ihren Wohnungen eine hohe Privatsphäre. In jedem Einzelappartement gibt es eine Küchenzeile und ein Bad. Dies fördert die eigene Versorgung, was Teil des Konzepts ist. Wenn Hilfe, etwa im hauswirtschaftlichen Bereich oder beim Kontakt zu Angehörigen, Mitbewohnern oder Nachbarn, benötigt wird, unterstützen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In einem einladend gestalteten, hellen Raum im Untergeschoss können die Klientinnen und Klienten im Rahmen der Tagesstruktur verschiedene alltagspraktische Dinge trainieren, zum Bespiel gemeinsam Kochen und Essen. „Wir nehmen auch gerne ihre Interessen und Ideen auf. Soweit es möglich ist, setzen wir sie um“, sagte Sarah Strecker, die im Unterstützungszentrum arbeitet.

Ambulante und sozialpsychiatrische Hilfen unter einem Dach

Mit den bereits bestehenden Wohngruppen Hochberg und Münsinger Straße stehen mit dem Neubau in der Neuffener Straße künftig an drei Standorten in Bad Urach zwanzig Plätze zur Verfügung, die einerseits eine intensive Betreuung, andererseits individuelles Wohnen mit Tagesstruktur ermöglichen. Das Konzept für das neue Unterstützungszentrum sieht vor, die unterschiedlichen ambulanten und sozialpsychiatrischen Hilfen unter einem Dach zu bündeln und zu vernetzen. Dadurch können sie flexibel und individuell auf den Bedarf einzelner Klienten abgestimmt und aus einem multiprofessionellen Mitarbeiterteam heraus erbracht werden. „Das neue Haus mit seinen acht Plätzen ist zwar nicht besonders groß. Aber es ist normal und mittendrin. Es ermöglicht den Menschen mit psychischer Erkrankung Selbstbestimmung und Teilhabe. Sie sollen hier in die Lage versetzt werden, ihr Leben mit professioneller Hilfe zu gestalten“, betonte Renate Stemmer, Leiterin der BruderhausDiakonie Buttenhausen, bei der Eröffnungsfeier. „Das unter anderem macht ein gutes Leben aus.“

Foto: Christine Knauer, Reutlinger General-Anzeiger

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