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50 Jahre Fischerhof

„Diese Einrichtung ist eine Erfolgsgeschichte“

Der Fischerhof, eine Einrichtung der Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrischen Hilfen im Schwarzwald-Baar-Kreis, feiert 2015 sein 50-jähriges Bestehen. Das Frühlingsfest zum Sommeranfang am 21. Juni war der Höhepunkt des Jubiläumsjahres.

Der Fischerhof feiert 2015 Jubiläum.

... in seinen Anfängen...

... Mitte der 1970er Jahre...

... zu Beginn der 1990er...

... und aus der Luft auf einer undatierten Aufnahme.

Der Fischerhof feiert 2015 Jubiläum.

Günter Braun, der Fachvorstand der BruderhausDiakonie, war voll des Lobes: "Diese Einrichtung ist seit 50 Jahren eine Erfolgsgeschichte", betonte er beim Frühlingsfest des Fischerhofs im Vöhrenbacher Ortsteil Hammereisenbach. Was 1965 als Heim für männliche Jugendliche mit Behinderung begann, zeige sich heute als ein vielseitiges Projekt der Begegnung.

"Inklusion wird hier schon lange gelebt"

In seinem Grußwort wies Landrat Sven Hinterseh auf die vielfältigen Kontakte zwischen Einrichtung und Bevölkerung hin: "Das Wort Inklusion, das mittlerweile in aller Munde ist, wird an diesem Ort schon lange gelebt." Der Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei ergänzte: "In Einrichtungen wie dieser wird schon lange praktiziert, was die Politik dann später zum Gesetz erklärt." Bestes Beispiel dafür sei das Integrationsunternehmen Intego in Villingen, ein Tochterunternehmen der BruderhausDiakonie, das Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt ermöglicht. Im ökumenischen Gottesdienst hatte Pfarrer Lutz Bauer das Motto der Einrichtung "Teil haben. Teil sein" aufgegriffen. "Glücklicherweise hat heute jeder das Recht, Teil der Gesellschaft zu sein." Dass der Fischerhof betreute Wohngruppen in den Ortsteilen eingerichtet habe, sei ein wesentlicher Schritt in diese Richtung gewesen.

Selbstbestimmung ist ein zentrales Ziel

Für den Fischerhof-Leiter Walter Riedel ist die "Hinwendung zu den Menschen" eine der wichtigsten Veränderungen der letzten fünf Jahrzehnte. Vor 50 Jahren habe man Menschen mit Beeinträchtigungen noch an exotischen Standorten untergebracht. "Wir versuchen heute, unser Hilfesystem dem Menschen anzupassen und zu schauen, 'was braucht er'. Früher wurden die Menschen der Einrichtung angepasst." Selbstbestimmung sei ein zentrales Ziel. Man wolle mit den Menschen "eine Perspektive finden, die wieder herausführt aus der Einrichtung".

Kooperationen ermöglichen Integration

Riedel hob ausdrücklich die gesellschaftliche Unterstützung hervor, insbesondere durch den Landkreis, die Stadt Vöhrenbach, die Kooperationspartner der Werkstatt, die Kirchengemeinden sowie die Dorfgemeinschaft Hammereisenbach. Beispielhaft für Inklusion sei das Trommelprojekt mit dem Musikverein Hammereisenbach, an dem rund zehn Bewohner teilnehmen. Beim Frühlingsfest sorgten sie mit Trommelklängen und Sprechgesängen für eine gelungene Abwechslung zu den Grußworten.
Musikalisch unterhalten wurden die zahlreichen Gäste zudem von der integrativen Schülerband "Rolling Bowling". Wie Menschen mit Handicap vom therapeutischen Reiten profitieren, demonstrierten Reittherapeutin Sabine Kühnle und ihre Klienten. Während sich die kleinen Gäste auf der Hüpfburg, dem Barfußpfad oder beim Ponyreiten vergnügten, stöberten die größeren auf dem Flohmarkt, für den die örtliche Bevölkerung Spenden bereitgestellt hatte.
Walter Riedel zog am Ende ein positives Fazit: "Für die Bewohner war das Jubiläumsfest ein ganz besonderes Ereignis, woran sie sich noch lange erinnern werden."

Teilhabe an Heimat, Bildung und Arbeit

Der Fischerhof gehört zu der Behindertenhilfe und den Sozialpsychiatrischen Hilfen der BruderhausDiakonie im Schwarzwald-Baar-Kreis. Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischer Erkrankung erhalten dort Teilhabe an Heimat, Bildung und Arbeit. Neben stationären und ambulanten Wohnformen gibt es ein Fachpflegeheim sowie Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) in Hammereisenbach, Donaueschingen und Villingen. Im stationären Bereich werden rund 90 Menschen versorgt, im ambulanten 50. Hinzu kommen 120 Beschäftigte in der WfbM und rund 70 in den Fördergruppen der Werkstatt. Die Offenen Hilfen unterstützen Menschen mit Behinderung, die bei ihren Familien leben. Insgesamt kümmern sich 135 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um rund 400 Klienten.

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